Wer schneller werden will, muss regelmäßig mal auf die Tube drücken. Soweit so gut. Einige quälen sich damit und manch einer hat auch Spaß dabei und scheint es problemlos hinzubekommen. Ich für meinen Teil liege wohl in der Mitte und habe dabei mitunter ein komisches Gefühl. Die erste Überwindung ist schon früh das Aufstehen und dann der Gedanke an ein Intervall- oder Tempotraining. Bin ich dann losgelaufen, frage ich mich warum die Einlaufphase nicht länger als 1,4 km ist.
Und während ich noch dahinseniere piepst auch schon der Forerunner und schick mich ins erste Intervall. 3200 m bei einer Pace von 4:48 min/km. Machbar denke ich mir, aber 3 km können durchaus auch irgendwann lang werden. Aber nicht das erste Intervall, vermute ich und wetze los. Es piepst wieder und der FR zeigt mir 14:56 min an, was eine Pace von 4:40 min/km ergibt. Das zweite Intervall fällt mir dann etwas schwer, da es, wenn auch nur leicht, bergauf geht. Eine Zeit von 15:29 min ergibt einen Schnitt von 4:50 min/km, aber das tat schon etwas weh. Während der Trabpause überlege ich kurz, ob ich die Vorgabe denn noch halten kann. Und ob, das dritte Intervall ist anstrengend (soll es ja auch sein) und ich kämpfe teilweise mit mir, schaffe aber eine Zeit von 15:04 min, also eine Pace von 4:42 min/km. Im Anschluss kommt dann das Gefühl auf das ich mich am meisten freue. Ich bin zufrieden und glücklich, mich überwunden und das Tempo durchgezogen zu haben. So geschehen am Dienstag. Allerdings bilde ich mir auch ein, dass vom Tempo her mehr nicht geht. Zumindest zur Zeit.
Dann nun heute der Blick in den Trainingsplan und was gibt das Vic mir vor? Wettkampfspezifisches Tempo über 7,6 km bei 4:40 min/km. Diese Logik versteht ich nicht. Warum läuft man über eine längere Distanz noch schneller, als über die 3 langen Intervalle, wo es Trabpausen gibt?
Die Gedanken sind wieder ähnlich wie Dienstag und nach 1,4 km Einlaufen starte ich meinen Tempolauf etwas ungewiss. Packe ich die Vorgabe? Irrt sich das Vic vielleicht? Pass ich nicht zu dem Plan? Oder bin ich zu mehr in der Lage, als ich mir zutraue? Kein Ahnung, ich weiß es nicht.
Ich laufe einfach und hoffe das Tempo halten zu können. Auf den ersten 1,5 Kilometern geht es leicht bergauf und es fällt mir schwer dran zu bleiben, aber ich bin bereit und kämpfe. Anschließend geht es eben weiter, sogar leicht bergab und es läuft prima. 4 Kilometer sind rum und nun geht es wieder etwas bergauf, aber ich kann immernoch kämpfen und halte das Tempo. Die restlichen 2 Kilometer packe ich auch noch, laufe noch 4,5 km aus und schaue erst zu Hause gespannt auf die Zeit. 35:29 min für den Tempolauf über 7,6 km, die Vorgabe war 35:28 min. Ich freu mich kurz und hüpfe glücklich unter die Dusche. ![]()
Das Fazit dieser beiden Läufe, ist für mich die Erkenntnis, das der Plan super zu mir paßt. Ich denke, ich habe den Testlauf korrekt absolviert und alle Werte so genau wie möglich eingegeben. Die Trainings bestätigen mir das zumindest. Nur eins irritiert mich noch. Die Prognose für meinen zweiten HM steht zur Zeit bei 1:39:36 h, was eine Verbesserung meiner Bestzeit um über 20 min bedeuten würde. Das ist schon sehr optimistisch.






17. September 2009 um 12:09 Uhr
Ist doch super, dass der Plan bei dir so gut hinhaut! (wie bei mir auch). Bei den Tempoeinheiten ist es glaube ich ziemlich wichtig, dass man die 2. Hälfte und auf jedenfall den letzten Kilometer schneller läuft.
Bei der Prognosenzeit bin ich deiner Meinung. Bin mal gespannt, ob die Prognose so hinhaut.
17. September 2009 um 13:16 Uhr
Nun, dann versuche ich mal kurz, dir die beiden Trainings zu erklären. Jedes Tempo sollte seinen eigenen Sinn haben und Wiederholungsläufe/Intervalltrainings bewirken etwas ganz anderes als ein langer Tempolauf. Insgesamt warst du beim Intervalltraining ja auch länger unterwegs – wobei ich meine Tempotrainings aufgrund ihrer Länge doch für recht hart halte. Und was ohnehin noch einen Unterschied bei den Trainings macht: Nicht jedes Training ist gleich hart, auch nicht jedes Tempotraining ist so hart wie das andere. Daher die Unterschiede …
… so oder so hast du ja aber auf jeden Fall gemerkt, dass es perfekt gepasst hat. Das ist doch erstmal ein Erfolg, und solange es passt, genießt man einfach die Vorgaben, egal, ob man sie direkt nachvollziehen kann oder nicht.
17. September 2009 um 21:34 Uhr
Hallo Daniel,
du hast es schon erkannt, wenn du schnell laufen willst musst du auch schnell trainieren
Am Ende spielt aber dein Kopf die entscheidende Rolle, d.h. du musst an diesem Tag versuchen die 1:39:36 aus deinem Kopf zu kriegen um dich nicht unter Druck zu setzen und zu verkrampfen. Denn 1:39 heisst auch 4:40 pro km nicht “nur” über 3, sondern über die 21km durch zuhalten. Dabei spielen neben der Tagesform, die Rahmendingungen (Temperatur, Wetter, ..) und ganz entscheidend deine Psyche eine entscheidende Rolle. Wichtig ist die jetzige Motivation aus dem Training bis Mitte Oktober auf hohem Nieveau zu halten und mit dem Gefühl in den Wettkampf zu gehen im Training alles richtig gemacht und Spaß dabei gehabt zu haben. Dann hast du am entscheidenden Tag auch den nötigen Biß die 4:40 über die Distanz zu schaffen (auch wenns weh tut) und dann klappts auch mit der Sub2 beim HM
ich drück dir die Daumen
Reiner
19. September 2009 um 07:08 Uhr
Flottes Intervalltraining das Du da hingelegt hast. Mein Respekt!
Wenn Du gesund und fit bist klappt das mit deiner angepeilten Zeit!
20. September 2009 um 10:28 Uhr
Schön, einmal wieder etwas von Dir zu lesen. Ich hoffe, der Rest der Familie ist wohlauf?
Hey, vielleicht sollen die 20 min. Verbesserung auf den HM auch ein Ansporn sein?
21. September 2009 um 16:19 Uhr
@Evchen
Katharina ist sogar schon wieder ins Laufen eingestiegen und hat ihre erste Runde um den Knappensee (ca. 8K) ohne Gehpausen gepackt. Max läuft mit Begeisterung eine Stadionrunde am Stück und ihn muss man sogar bremsen.
Ich glaube, beim nächsten Bambinilauf ist er dabei. Sind ja meistens auch so um die 400 m. Du siehst es läuft bei uns im wahrsten Sinne.
Jepp der Rest der Familie ist wohl auf und alle laufen mit.
25. September 2009 um 13:58 Uhr
Hallo Daniel,
ich mache Intervalle nur noch auf der Bahn. Wenn man auf die Sekunde laufen will, ist es echt nervig, wenn einem der kleine Hügel zwischendrin zwei Sekunden “geklaut” hat. Auf der Bahn ist es gleichmäßig flach, gibt keine scharfen Kurven und man kann auch Getränke etc. für die Pausen deponieren. Ich habe allerdings festgestellt, dass der Garmin (305 und auch der 310 XT) beim Laufen durch die vielen langgezogenen Kurven auf der Bahn die Länge nicht richtig misst. Bei drei Kilometer langen Intervallen kann das dann schon mal 100 Meter ausmachen. SportTracks korrigiert diese Daten beim Einlesen, dadurch verändert sich aber auch die gelaufene Pace.
Im Wettkampf gelten meistens andere Gesetze als im Training. Wenn man sich nicht abschießt, kann man durchaus Zeiten laufen, die man im Training nicht unbedingt schafft. Trotzdem sollte man nach dem Start nicht wie ein Hase loslaufen, das kann sich schon bei einem Halbmarathon zum Ende hin bitter rächen. Aber: Wer sich gut vorbereitet, kommt auch gut durch den Wettkampf! Viel Erfolg!