Vorab möchte ich kurz erzählen, wie ich auf die Idee gekommen bin, es mal bei einem Triathlon zu probieren.
Es war vor gut einem Jahr als Katharina und ich im Geburtsvorbereitungskurs saßen, um uns zum zweiten Mal erklären zu lassen wie so eine Geburt funktioniert und was es alles zu beachten gibt. Da ich mich noch recht gut an die erste Geburt erinnern konnte, war ich nicht gezwungen groß zu zuhören und beobachtet die anderen Teilnehmer. Mir fiel dabei ein ziemlich sportlicher Typ auf, der ständig in Finishershirts und Triathlonschuhen (diese bunten Noosa-Tri) zum Kurs kam. Da wir uns vorstellen mußten, wußte ich seinen Namen und konnte mal etwas im Internet recherchieren
. Ich fand ihn natürlich in einigen Ergebnislisten und war irgendwie fasziniert von seinen Resultaten. Ich sprach mit Katharina drüber und sie meinte ich soll ihn doch mal drauf ansprechen. Das fand ich allerdings blöd. Wie fängt man denn so ein Gespräch an? “Hier … du … Triathlon und so … tralala und blabla.” Naja auf jeden Fall ließ ich es erstmal sein. Aber irgendwie war ich so neugierig und es kam am letzten Kurstag doch noch zu einem Gespräch. Wir unterhielten uns zu dritt vor der Praxis und kamen von einem ins nächste Thema. Katharina war schon nach Hause gefahren und rief gegen 23 Uhr an, ob ich nicht endlich nach Hause kommen will. Da waren quasi schon 2,5 Stunden vergangen
…
Später erzählte mir Christian, dass er vor der Geburt noch etwas Großes vor hat und es war nichts geringeres als die Ironman-Teilnahme in Roth am 12.07.2009. Wahnsinn dachte ich damals und schaute nach, ob man das irgendwie live im Internet verfolgen kann. Ich war wirklich fasziniert. Irgendwann kam sein großer Tag und ich saß gespannt am Live-Ticker und schaute mir seine Zeiten an. Irgendwie schon bissl bekloppt, wenn man sich überlegt, dass man denjenigen gar nicht wirklich kennt und trotzdem tierisch mitfiebert. Er packte die 3,9K Schwimmen, 180K Radfahren und den anschließenden Marathon und kam als Ironman wieder nach Hause. Ich schrieb ihm eine Mail und beglückwünschte ihm zu dieser unglaublichen Leistung. Er schrieb einen Bericht und schilderte seine Erlebnisse, die in mir den Wunsch aufkeimen ließen, es auf jeden Fall auch mal mit Triathlon zu probieren.
Jetzt die Überleitung vom Ironman zu meinem ersten Jedermann zu bekommen ist natürlich schwierig, deswegen einfach der Reihe nach.
Vorbereitung
Trotz der kleinstmöglichen Triathlon-Distanz war ich tierisch aufgeregt. Überpünktlich kurz vor 13 Uhr war ich schon an der Startnummerausgabe und holte die Unterlagen ab. Mir wurde eine rote Badekappe zugeteilt, was die erste Welle beim Schwimmstart bedeutete. Ich fragte mich natürlich was das soll und bekam die Lösung erst kurz vorm Schwimmstart von Reiner, der mir erzählte das es bei der Einteilung nicht nach Leistung geht, sondern schlichtweg nach der Startnummer. Puh, schon mal nix falsch gemacht, bei der Anmeldung ![]()
Anschließend lief ich zurück zum Auto, wo Lars (der beste Betreuer auf der Welt) schon auf mich wartete. Wir sortierten die Sachen und machten uns mit dem Rad in Richtung Wechselzone. Dort gings relativ zügig zum Checkin und ich baute meinen Wechselplatz sorgfältig auf. Danach liefen wir zum Schwimmstart, wo auch noch Christian auftauchte. Ein kurzer Plausch und dann schnell unter die Massen gemischt. Dort traf ich noch Reiner, der rein zufällig genau neben mir stand.
Schwimmen
Nach dem die Sprinter pünktlich 15 Uhr gestartet waren, begab sich die erste Welle der Jedermänner, inklusive mir, ins angenehm warme Nass. Ich sprang etwas übermutig ins Wasser und landete unsanft auf einem spitzen Stein. Der Fuß tat kurz weh, aber ich hatte in dem Moment sowieso keine Zeit darüber nachzudenken, denn schon wenig später ertönte der Startschuss. Wie schwimmen beim Triathlon ist, brauch ich wahrscheinlich keinem erzählen. Jegliche Erzählungen bestätigten sich und ich mußte zwangsläufig auch jede Menge Wasser bzw. Brühe schlucken. Eine Zeit hatte ich nicht im Gefühl und so entstieg ich dem Wasser und war gespannt auf die Anzeige. Ich lief noch ca. 50m Richtung Wechselzone und dann stand da eine 18:xx. Wunderbar dachte ich mir, unter 20 min wollt ich gern bleiben. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht bedacht hatte, waren die 3 min Vorsprung der Sprinter, sodass meine Schwimmzeit sogar 15:10 min betrug.
Radfahren
Der Wechsel klappte prima und ich machte mich auf die Radstrecke. Dann sah ich dem Vordermann zufällig auf die Füße, anschließend an mir hinunter auf meine und dann kam der Schock. Beim Sockenanziehen hatte ich den Zeitnahme-Chip abgemacht und der lag nun in der Wechselzone. Verdammt! Ich dachte kurz an meinen ersten HM und fragte mich, warum mir immer so ein Mist passieren muss. Währenddessen ich noch in Gedanken war, trat ich schon ordentlich in die Pedale und beschloss einfach alles so durchzuziehen als hätte ich das blöde Ding dabei. Für das Radfahren hatte ich mir vorgenommen irgendwie einen 30er Schnitt hinzubekommen. Den FR305 stellte ich dafür auf 5K Zwischenzeiten, also möglichst immer um die 10 min bleiben. Eh ich mich versaß, waren auch schon die ersten 5K rum und da standen 8:48 min. Wow, das läuft bzw. rollt.
Nun war die “Anfahrt” zu Ende und es ging auf die ca. 10K Runde. Zunächst ging es bergab und anschließdend wieder gleichmäßig leicht bergauf bis zum Abzweig Richtung Naunhof. Dort passiert man das erste Stück Kopfsteinpflaster was einen ordentlich durchschüttelt. Nach der Ortsausfahrt geht es nochmal berghoch und schon waren die zweiten 5K passé. 9:14 min, super! Weiter gings Richtung Ebersbach. Da ich die Strecke nicht kannte hab ich es hier etwas vorsichtiger angehen lassen. Nach Oberebersbach ging es dann etwas bergauf und die nächste Zwischenzeit lag mit 9:24 min wieder unter 10 min. Prima! Nun hieß es sich langsam mental aufs Laufen einzustellen und nochmal ordenlich in die Pedalen zu treten. Der letzte 5K-Abschnitt war der beste und endete nach 8:39 min. Auf dem abschließenden Kilometer fuhren einige verhältnismäßig langsam und so schob ich mich bis zur Wechselzone noch weiter nach vorn.
Laufen
Runter vom Rad und dann ging es etwas wackelig auf den Cleats durch die Wechselzone zum Wechselplatz. Hier merkte ich meinen Fuß wieder deutlich. Egal, der Wechsel klappte super und diesmal hab sogar den Transponder mitgenommen
. Während ich schon los lief, stellte ich den FR noch von Radfahren auf Laufen und begab mich auf die abschließende 5K-Runde durch das Jagdrevier. Die ersten 500m liefen sehr komisch. Vom Gefühl her, war es ein Tempo über 6:00 min Pace, doch der FR zeigte ca. 4:50 min. Ich denke das ist eine reine Kopfsache und schon nach einem Kilometer war ich eingelaufen. Laut Ausschreibung sollte eigentlich noch ein Getränkpunkt kommen und so hielt ich schon mal mein dafür vorgesehenes Gel bereit. Leider kam nix und weil ich das Gel schon auf hatte, würgte ich es so runter. Das war widerlich und wird mir sicher nicht wieder passieren.
Nach der Hälfte schmerzte der Fuß dann richtig und ich konnt das Tempo auch nicht mehr anziehen. Mein Wunschvorstellung von unter 25 min beim Laufen schien nicht wirklich realisierbar, denn die Zeiten bis dahin lagen pro Kilometer immer knapp über 5 min. Als dann allerdings das Schloß zu sehen war, ging doch noch was und ich absolvierte den letzten Kilometer in 4:29 min. Es folg der Einlauf, vorbei an den jubelnden Zuschauern und der Blick auf die Anzeige. 1:28 h und der Traumeinstand für mich war realisiert. Ich gestehe, ich hab vorher von Sub90 geträumt, es aber eigentlich nicht für möglich gehalten. Die Endzeit von 1:25:01 machte mich umso glücklicher.
Fazit
Den ersten Tria hab ich nun hinter mir und es hat riesigen Spaß gemacht. Die Begeisterung ist groß und ich will in jeden Fall damit weitermachen. Ein riesen Dank an Lars, der mich zu meinem ersten Triathlon begleitet und sich die Zeit genommen hat. Ein weiterer riesen Dank geht an Christian, durch den ich, wie oben beschrieben, erst zum Triathlon gekommen bin und der mir für Training und Wettkampf jede Menge Material (Rad, Einteiler, etc.) zur Verfügung gestellt hat. Nun schaun wir mal wie es weitergeht, vielleicht klappts ja dieses Jahr noch mit dem Zweiten.
Zeiten
Da ich, wie schon oben geschrieben, den Transponder zum Radfahren liegen gelassen hab, kann ich nur einzelne Angaben, wie folgt aus dem FR, entnehmen:
- Schwimmen | 0,75K | 15:10 min | Pace 3 km/h
- Radfahren | 21K | 38:10 min | Schnitt 33 km/h
- Laufen | 5K | 25:29 min | Pace 5:06 min/km
- Gesamtzeit 1:25:01 h








16. Juni 2010 um 13:59 Uhr
Heh Daniel,
super! schön geschrieben. Auf meiner ToDoListe steht eigentlich auch noch ein Tria für dieses Jahr. Mangels vernünftigem Rad habe ich das nach hinten geschoben bisher. Aber nach Deinem Bericht bekomme ich gleich umso mehr Lust darauf.
LG
Gretel
16. Juni 2010 um 14:18 Uhr
Yes Daniel schöner Bericht und ne saubere Leistung, nur deine Chipprobleme gehören noch abgestellt;-) ich glaub noch mal passiert dir das nicht?
LG Ulf
17. Juni 2010 um 06:36 Uhr
Glückwunsch zum ersten. Und meinen Respekt. Das macht Lust auf mehr. Komm doch zum Müritz Triathlon im August. Und für die Familie ist das auch was bei, in der herrlichen Umgebung des größten Binnensees im Neuen Deutschland.
17. Juni 2010 um 08:23 Uhr
Glückwunsch zum Finish. Die 4. Disziplin – Wechselgarten – kriegst Du beim nächsten Triathlon auch hin, musst es halt nur trainieren

Den von Dir erwarteten Verpflegungspunkt gabs auf der olympischen Distanz, die Jedermänner müssen bis in’s Ziel durchhalten
Dann bin ich mal gespannt für welchen Triathlon du dich entscheidest, Knappenman Ende August wäre auch ne gute Vorbereitung für München.
viele Grüße
Reiner
17. Juni 2010 um 11:18 Uhr
Haha! Schickes Klamöttchen.
Und im Ernst: Glückwunsch! Bis auf den Chip hast Du alles prima hinbekommen. Irgendwie habe ich so das Gefühl, daß jeder halbwegs ambitionierte Jungspuntläufer sich mal auf Triathlongelände begeben mag, hm?
Spanend zu lesen! Das hat Spaß gemacht. *DiraufdieSchulterklopf*
18. Juni 2010 um 07:56 Uhr
Glückwunsch zum erfolgreichen Triathlon!
Das ist schon eine ganz eigene Faszination. Hab Dank für deinen Bericht – da schnuppert man auf diese Weise gerne rein.
@Evchen: Ich bin also nicht ambitioniert, hm? *schmoll*
21. Juni 2010 um 23:23 Uhr
Gratulation zum ersten Triathlon-Finish!
So fängt es an und nach ein oder zwei Jahren hat man dann ganz schnell 14 oder mehr Stunden Training auf dem Wochenplan. Sei gewarnt!
Sehen uns übrigens in München!
Grüße
Ralf
22. Juni 2010 um 14:13 Uhr
Hallo Daniel,
Glückwunsch zum ersten Triathlon. Deinem Blog war garnicht zu entnehmen was Du da großes vor hast. Jetzt hoffe ich das Du dran bleibst und auch ab und an mal darüber berichtest.
Viele Grüße!
Ronny
28. Juni 2010 um 07:19 Uhr
he daniel,
klasse mit deinem tria, bin durch zufall hier mal drauf gekommen…
hab auch in moritzburg mitgemacht, ob mein 3ten olympischen absolviert, solche pannen passieren, ich hab im ersten jahr nach dem schwimmen z.b. meine startnr. vergessen, aber daraus lernt man… vielleicht kommen wir mal darüber ins quatschen… ich will mein nächsten olympischen zum knappenman absolvieren, vielleicht können wir uns zusammen tun…
Gruß Kurtel
18. August 2010 um 15:01 Uhr
Du hast meine Bewunderung! Ich selbst träume ja auch manchmal von einem Triathlon. Aber ich bin im Wasser sehr schlecht. Da wäre dann der Triathlon schon wieder aus denke ich….
Lg
Willi
15. September 2010 um 14:05 Uhr
Ich vermisse neue Beiträge von dir denn die haben mir gut gefallen.
Lg
Willi